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Tsapold's Tagebuch - Pforte des Grauens


Warum nur, können nicht Taten zählen? Ich habe Könige gerettet, Drachen besiegt, gegen Seeschlagen und Dämonen gekämpft, aber meine Heimat, mein Haus, das Erbe meiner Familie bleibt mir vorenthalten. Alles nur wegen Wortverdrehenden Spitzfindigkeiten meines nichtsnutzigen und dreisten Vetters. Nahezu ein Jahr verbringe ich die Zeit mit Formularen, Anhörungen, ja entwürdigenden Bittstellungen bei Beamten, deren ehrenvollsten Taten darin besteht, beim stempeln von Pergamenten nichts zu verschmieren.


Tseldas Auftauchen in Greifenfurth und ihre beinahe obszöne Gleichgültigkeit ihrer Verantwortung gegenüber der Familie, schlug dem Fass den Boden aus, muss ich sagen. Es ist infam und naiv, dass die Praioskirche gerade sie mit einer Aufgabe höchster Wichtigkeit beauftragt, so ist sie doch eines der durchtriebensten kleinen Biester, die man Schwester nennen muss. Was aus den Niederhöllen hat Ucurian Yago so verblendet? Zum Glück nur, dass er auch Leuenpraios gefunden hat, um dessen Erfahrung und Weisheit, vor Allem aber um dessen Einfluss auf Tselda zu nutzen. Es ist durchaus schade, dass diese kleine Episode, das sehr unterhaltsame Treffen von Freunden im Rondarios getrübt hat.


Wie auch immer, sie ist bereits vor Tagen mit Leuenpraios und Freuden weitergezogen. So sehr sie mich auch zum Kochen bringt, ich wünsche ihr den Erfolg und die Einsicht, das richtige zu tun.


Tage später tauchte sie mit Leuenpraios wieder auf, um ehrlich zu sein, warum, kann ich gar nicht sagen. Der Empfang war ebenso herzlich, wie überflüssig und so erreichte mich ein Brief von Wiedbrück, während wir in Greifendurth standen und uns Nettigkeiten gegen den Kopf warfen. Wiedbrück ist wohl in Tuzak, um einem größeren Komplott auf den Grund zu gehen. Und scheinbar benötigt er meine Hilfe. Als ich von diesem sechsfingerigen Mann gelesen habe, wurde mir übel. Gerade noch in Arras de Mott gesehen, würde er jetzt in Maraskan sein? Was will Borbarad dort?



Wenn der Brief nur ein paar Tage eher eingetroffen wäre, dann hätte ich direkt noch im Rondarios alle zusammentrommeln können. Besonders Minobe sollte mich begleiten, Tuzak ist ihre Heimat. Erst vor Kurzem habe ich gehört, dass sie auf dem Weg nach Punin ist. Dann verliere ich besser keine Zeit. Unsere Kutsche und Boris sind in Trallop, dort nützt sie mir nichts. Ich werde reiten. Zu meiner Überraschung, meldete Tselda an, dass sie ebenfalls nach Punin müsse. Soll sie, aber nicht mit mir. Sie könnte zu Pferde ohnehin nicht mithalten.


In Punin, dauerte es nicht lange, bis ich herausfand, dass Reto und Rondario ebenfalls zu Gegen waren und Gom sollte sowieso hier sein, hab ich gehört. Also trafen wir uns im Einhorn, wo dann auch sehr bald Minobe auftauchte. Sie hatten noch Persephone dabei, die kleine Kopfgeldjägerin, die ich schon im Rondarios gesehen hatte. Das Leopardentatoo ist schon ziemlich... Halt, jetzt nicht! Reto wurde von der Efferdkirche in den Rang eines Hochgeweihten berufen. Mein Stammloka... entschuldigung, der Sündenpfuhl im ehemaligen Efferdtempel in Baliho ist wohl bald Geschichte. Außerdem scheint es, als ob Reto und Minobe als Gezeichnete, sich gegenseitig orten könnten. Nicht genau, aber wie ein innerer Kompass, die die beiden wissen läst, in welcher Himmelsrichtung sie sich gegenseitig befinden. Erstaunlich. Noch erstaunlicher war, dass auch Tselda wenig später im Einhorn auftauchte. Warum? Entweder ist sie zu Verstand gekommen und möchte endlich von mir lernen oder sie hat etwas im Sinn, dessen Bedeutung sich nur ihn ihrem Querkopf enthüllt.


Ich erzähle den anderen gerade von Wiedbrücks Brief, da stubst Tselda Gom an, um ihm mittzuteilen, dass eine blinde Boron Akolythin zu und kommt. Die Begrüßung der beiden war redeelig wie immer. Im Raum war es still, alle Augen ruhten auf der Akolythin und Gom, dennoch vermochten wir alle nichts zu hören. Erst, als sie wieder weg war, Gom sich noch immer Still zu uns umdrehte, und ich glaube Persephone mit der Frage rausplatzte, was die Akolythin Gom denn nun gesagt hätte, bekamen wir die Information, dass uns seine Erhabenheit Braham Nasir, Höchstgeweihter der Boronkirche zu einer Audienz empfängt.


Ich denke, ich spreche für alle, wenn wir gelinde gesagt etwas überrascht waren, aber dies war eine Aufforderung, die man nicht ignoriert. Also machten wir uns nach dem Essen auf zum Borontempel, der, wie ich sagen muss, wirklich sehr beeindruckend ist. Auch hier übernahm Gom unsere Anmeldung, wobei ich hätte auch hier schwören können, dass weder Gom noch der Golgarit vor dem Tor auch nur ein Wort gesprochen haben. Wir fanden uns schnell bei Braham Nasir wieder. Bei ihm Kommandante Andranez, als Vertreiterin des Al'Amfaner Ritus Borons, Gernot von Mersingen, Oberbefehlshaber der Golgariten und eine Person oder Gestalt, deren Bezeichnung "Des Raben linke Hand" ist. Nun, Letzte hätte auch genauso gut eine Statue sein können, denn sie hat sich genau gar nicht bewegt, zu keiner Zeit.



Von seiner Erhabenheit erfuhren wir, das eine Lieferung Endurium in der Gegen um Tuzak abhandengekommen sei, dies aber nicht das erste Mal gewesen ist. Damals bekannten sich die Maraskanischen Separatisten zu der Tat, aber dieses Mal schien es wohl nicht so klar. Er beauftragt und damit, nach Tuzak, um dort der Sache auf den Grund zu gehen. Der Zufall scheint hier unser Begleiter, zu sein. Oder etwa nicht?

 
 
 

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