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Atansio's Tagebuch - Das Schweigen von Asterwacht

vor 10 Minuten
5 Min. Lesezeit

Ich sags euch, es wundert mich nicht, dass man im Mittelreich keinen Spaß hat. Nicht nur, dass es da irgendwie jedem dreckig geht, man sieht das in jedem Winkel, in jedem Kaff. Naja, außer Gareth vielleicht. Diese Dämonennummer in Arras de Mott hat dem Fass den Boden ausgeschlagen. Dieses Arschloch in Raschdul, Adnan Nuhi, war nicht mal zur Hälfte so krass, wie dieser sechs Finger Wichser. Und als wenn das nicht schon genug wäre, ist das Wetter hier auch noch kacke. Rhayad geht's genau so. Naja fast, dieser Irre fand diesen ganzen Dämonenscheiß und die Magienummern interessant. Hallo?! Wir hätten auch alle ohne Probleme drauf gehen können. Das alles dann für fünf ver.... Nein, halt! Ich reg' mich nicht schon wieder auf. Ich hau hier einfach ab und gehe in den Süden. Der Schwarzmagier kommt mit, sagte er. Alles zu provinziell hier und seinen Ork hat er auch nicht bekommen. Er ist bestimmt nicht mein liebster Begleiter, aber wenigstens sind wir bei gewissen, sagen wir zweifelhaften Dingen, sowas wie "Brüder im Geiste".


Es ist nicht besonders schwer, sich aus diesem Familiendrama der von Falkenstein-Geldsäcke wegzustehlen und dieses verfluchte Buch mit Tselda nach Gareth zu bringen, ist mir 'n bisschen zu praidiotisch. Scheinbar waren wir nicht die einzigen, die diesen Plan hatten. Nummer 9 und der Singvogel wollten auch gehen. Also, dann eben zu viert. Ich mach's kurz, gelandet sind wir schließlich in Punin. Um genau zu sein in einer Kneipe Namens irgendwas mit Einhorn. Trällerchen hat nicht lange gefackelt und Khorim jede Menge Plakate aufhängen lassen und rausposaunt, dass er heute Abend hier ne Vorstellung gibt. Fragt mich nicht wie und wann, aber Edgenion hat irgendwoher so nen grünhaariges Nervenbündel aufgegabelt, das hier mit am Tisch saß. Naäni heißt sie. Viel mehr war nicht rauszukriegen. Erfrischenderweise redet sie ... ähh, eher kaum. Und mit kaum meine ich nicht. Der Laden hier ist randvoll mit Gelegenheiten, wie die ganze Stadt. Gut fürs Geschäft, sage ich mal. Nebenan sitzen nen paar besoffene Trottel, die ich um ein paar Goldstücke erleichtern wollte, da springt die Tür zur Kneipe auf und plötzlich steht eine zwei Schritt große Wuchtgrazie vor unserem Tisch. "Naäni?!", schallts aus ihr raus und ihr honigkuchenpferdgrinsendes Gesicht macht sich gefolgt von 120 Stein Grazie elfengleich zur Umarmung bereit. Die rosa Schleife in ihrem Haar rundet das Bild grandios ab. Das kannst du dir nicht ausdenken. Ne verdammte Thorwalerin hat mir zu meinem Glück noch gefehlt. Jedenfalls scheint Druna, wie sie wohl heißt unser Nervenbündel zu kennen. Nummer 9 wird ganz blass im Gesicht, als er sie sieht und sie ihn förmlich anstrahlt. Was da zwischen beiden gelaufen ist? Der Brummer hier tänzelt auf den Spuren von so 'ner Schundroman-Geschichte und Khorim war wohl zur falschen Zeit am falschen Ort.


Dann geht's los, Edgenion macht seinen Auftritt und zu meiner Überraschung stiefelt Naäni auch los. Hätte ich nicht gedacht. Was das Lied betrifft, muss ich wohl nachher nochmal nen Wörtchen mit unserem Singvogel drüber reden. Diese verschissenen fünf Silbertaler hatte ich schon fast wieder vergessen und da trällern er und das Nervenbündel nen Lied von. Danke für nichts. Als er dann endlich fertig war, waren auch zwischenzeitlich Rondario und die kleine Kopfgeldjägerin eingetroffen. Ich glaube, die ist auf der Suche nach nem bisschen Entspannung. Was auch immer sie getrieben hat in den letzten Monaten, es muss anstrengend gewesen sein. Wie auch immer, jedenfalls flog plötzlich ne Tür auf und ne Eule zu Randalio. Er selber wusste wohl nicht so genau, ob er puterrot werden sollte oder kreidebleich. Der Schwarzmagier hatte einmal höflich nachgefragt, aber als der jetzt auch noch schwitzende Rondario nicht antworten wollte, hat er wohl "nachgeholfen". Es war nen Brief von einer Verflossenen. Scheinbar war oder ist die nen ziemlicher Besen, also hat er uns gebeten, ihn zu begleiten. Hah, da kann er drauf wetten. Wenn ich die Chance habe zu sehen, wie er den Arsch versohlt bekommt. Der Rest hat auch zugestimmt, also so mehr oder weniger.


Am nächsten Tag machen wir uns auf den Weg zur Magierakademie, wie ich erfahren hab. Ich komme wohl nie mehr aus diesem Hokuspokus-Scheiß raus. Apropos, Persephone scheinbar auch nicht, denn auf dem Weg erzählt sie vom Tsa Tempel. Sie ist in so ein komisches Steingerät reingeschoben worden. Sie wollte wissen, warum Katzen sie meiden. Ich stelle mir eigentlich die Frage, was daran nicht gut ist. Die Viecher nerven doch eh nur. Lange Rede, kurzer Sinn. Sie hat einen bunten Lurchenanhänger bekommen und jetzt wird alles wieder gut. Wenn du mich fragst, hätte sie sich auch nen Eisentrichter auf den Kopf ziehen können. Sieht scheiße aus und bringt absolut nichts.

TOR - Tsa'sches Offenbarungs-Rondell
TOR - Tsa'sches Offenbarungs-Rondell

Naja, an der Akademie angekommen, sind wir auch alle ganz ordentlich empfangen worden und wurden dann zu Hesindiane Vistelli vorgelassen. Sie hat uns andere nur kurz gemustert. Rondario, du bist am Arsch, dachte ich bei mir, als ich ihre hochgezogene Augenbaue sah. Aber da wir schon mal da waren, hatte sie auch was für uns. In einen Kaff hier um die Ecke, gibt's wohl Probleme mit einem ihrer Magierfreunde. Da soll irgendwas nicht stimmen. 'N Goldstück pro Tag, wenn wir mal gucken gehen. Ich hab noch nen Taler rausgeschunden aus der Alten, aber mal ehrlich: Das Vierfache von dem, was wir bei diesem Borbatyp-Dreck eingefahren haben. für mal gucken gehen. Klingt doch ok. Wir sind noch am palavern, da

Hesindiane Vistelli
Hesindiane Vistelli

klopfts und so'n Schmierlappen steht gefesselt vor der Tür. Die Wachidioten stammeln was von Belhanka und ist wohl einfach so hier im Keller aufgetaucht. Sofort fängt der an sich rauswinden zu wollen. Quatscht irgendwas von seinem Onkel und ner Party. Er hätte was für die besorgt. Es scheint. als wäre er im Nimbus falsch abgebogen. Nimbus am Arsch, dachte ich grinsend. Der will die Alte hier nur um den Finger wickeln. Die ist aber zu abgebrüht und will ihn loswerden, als schiebt sie ihn zu uns rüber. Na toll, ich besorge mir schon mal Watte zum in die Ohren stecken. Dieser Damiano-Junge und der Singvogel? Womit hab ich das verdient? So richtig glücklich sah Rondario nicht aus, als wir die Tür vom Büro der Alten zugemacht haben.


Als wir am späten Abend in diesem Kaff ankommen, hab ich mich gefragt, warum das die Alte überhaupt interessiert. Ich sags Euch, hier willst du nicht tot über'm Zaun hängen. Finsterquell. Der Name ist Programm. Aber was solls, nix los hier, also sind wir erstmal in die Kneipe. Erstaunlich, dass es hier sowas gibt, dachte ich. Nachdem wir uns zwei Zimmer besorgt haben, wollten wir uns hier erstmal umhören. Irgendwie landet Rhayad am Tisch von nem Bauernehepaar und dieser arrogante Arsch redet kein Wort mit denen. Ich hab mich fast bepisst vor Lachen. Dafür muss man ihn lieben. Als das Kneipenmädchen kam, wars um unseren Jüngling geschenen und zack, hing er an ihrem Rockzipfel. Also nachdem er erstmal ziemlich dämlich gegen den Tresen geknallt ist. Aber offenbar nicht ganz blöd, fragt er sie zum Turm aus und bringt sie zum Tisch zurück. Viel weiß die Kleine nicht, aber es soll wohl ein Heulen gegeben haben. Der Magier, Agelion Silberquell ist auch schon seit Wochen verschwunden. Er soll auch irgendwelche Experimente mit Wasser gemacht haben. Das erzählt uns auch die "Sicherheitsbeauftragte" hier. Alrike, wie auch sonst, sagt, der Magier hätte vor einiger Zeit das Wasser vom Fluss umgeleitet. Der hat da im Turm komplett alleine gelebt und jetzt ist es schon seit Wochen dunkel. Auf die Idee da mal nachzugucken, ist sie noch nicht gekommen. Offensichtlich ist hier wohl auch das Ende, ihrer Karriere.


Das wird wohl wieder an uns hängen bleiben, dachte ich. Zwei glänzende Taler. Wie schlimm kanns schon werden.



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