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Tsapold's Tagebuch - Das Tal der Träume

25. Nov. 2021
7 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 2. Dez. 2021



Nach gefühlt endlosen Wochen und Monaten, hatten wir geschafft, warum wir hierhergekommen waren. Nun, eigentlich nicht, denn wir alle dachten wohl, dass wir diese Welt mit Fenvarien verlassen würden.


Beorn hatte sich an die Abmachung gehalten und für Ablekung gesorgt, also hielten wir uns daran, dass er noch seine Beute mitnehmen durfte. Mit ihm waren noch Eilif, welche sich Beorn gebenüber nicht mehr so loyal verhielt, wie wir dachten. Belasca, welche hier auf Taubralir nun noch elender aussah als damals in Danilla und noch eine Handvoll weiterer Begleiter.


Als wir endlich den Nebel durchquerten, sahen wir eine Untergehende Prajosscheibe, ein Anblick, den wir alle seit Ewigkeiten herbeisehnten. Wir befanden uns direkt im Golf von Prem und konnten am Horizont bereits Thorwal entdecken.


Wir waren alle beste Stimmung, auch Shaya, welche sich noch nie so gut fühlte und ich hätte schwören können, dass sie sogar anfing, etwas aus sich selbst heraus zu leuchten.


Benjulf ließ sich nicht nehmen, uns gebührend anzukündigen. Ohm Volker schmetterte dank akustischer Verstärkung Benjulfs, eins seiner Lieder und obendrein fand über uns schwebend ein Feuerwerk statt.


Als wir einliefen, wurden wir durchaus komisch beäugt, denn immerhin fuhren wir mit einem Elfenschiff ein, waren nahezu vollständig elfisch gekleidet und hatten bisher unbekannte Elfen bei uns.


Im Winterhafen herrschte kurzeitig eine unangenehme Stille als wir von Bord gingen und

Tronde Hedjason auf Phileasson zuging. Alles löste sich aber sofort, als sie sich dann doch umarmten. Beorn und seine Mannschaft waren noch beschäftigt, die Beute auszuladen.


Für den Abend wurde ein großes Fest organisiert, auf dem wir uns alle mehr als prächtig amüsierten und natürlich unsere gesamte Fahrt bis hierher erzählten. Morgen sollte es dazu eine Versammlung geben, um zu ermitteln, wo wie es nun zwischen Beorn und Phileasson stand.


Später am Abend bekamen wir noch Besuch eines Botschfter der Hexe von Skerdu.


Viel später am Abend konnte ich nur noch sehen, wie Minobe bereits auf einem der Tische schlief und Benjulf Hände in den Dekolletés zweier Thorwalerinnen verschwand. Rondario verdingte sich am Tisch von Chadruel, Gwern und Syrixia. Gom, ebenfalls bereits recht angeschlagen suchte den Ausgang, wurde aber immer wieder von ein paar Leute in eine andere Richtung gedreht, so dass er direkt das nächste Premer Feuer in der Hand hatte. Ich selbst landete bei einer der Schankmaiden.


Schon wieder nach Norden


Am nächsten Morgen war eine Besprechung anberaumt, an der Beorn und Philiasson nebst ihrem Gefolge, Tronde und die Mutter des Traviakultes teilnahmen. Es wurde zunächst bewertet, wie der Punktestand der beiden Kapitäne Beorn und Philassion war.


Dabei wurde festgehalten, dass Beorn zwar eine Aufgabe weniger bearbeiten musste, dies ihm allerdings zu unserem Unmut nicht zum Nachteil gereicht wurde. Während also Phieassion neun Aufgaben abschloss, wurden Beorn acht angerechnet.


Es wurde beschlossen, dass Beorn keine neue Schiedsrichterin bekam und Shaya als Einzige darüber entscheiden sollte, wie die Lösung der nächsten Aufgaben zu bewerten war. Shaya blieb weiterhin im Gefolge Phileassons.


In zwei Tagen sollte eine erneute Rekrutierung der Mannschafften stattfinden, was für Phileasson nicht notwenig war, denn seine Mannschafft war damals nach dem Himmelsturm zur Hälfte mit dem Eissegler nach Thorwal zurückgeschickt worden.


Somit ergab sich die Chance für uns direkt am Morgen des zweiten Tages in See zu stechen, um nach Enqui zu fahren, auf welches wir uns als nächstes Ziel geeinigt hatten.


In der Zwischenzeit belieferte Minobe das hiesige Kartographie Institut mit all ihren Karten, die sie bisher erstellt hatte. Daraufhin wurde ihr lebenslanges Zugangsrecht zu allen im Institut befindlichen Informationen gewährt. Ich kümmere mich um mein Pferd, um welches sich in meiner Abwesenheit gut gekümmert wurde. Rondario besuchte die Magierakademie, um etwas zu studieren, wie er sagte.

Die Fahrt nach Enqui verlief ruhig und schnell, so dass wir nicht einmal elf Tage benötigten. In Enqui war der Empfang für uns erwartungsgemäß eisig, da Thorwaler hier nicht sonderlich beliebt waren. Das beruhte allerdings auf Gegenseitigkeit, da Enqui als Walfängersiedlung mehr als nur Verachtung bei den Thorwalern fand.


Wir hielten uns nicht länger als notwendig auf, füllten unsere Vorräte auf und deckten uns mit maßlos überteuerter Ausrüstung für die kommende Reise ein.


Als wir weiterfuhren und bereits zur Hälfte über den Brack gefahren waren, konnten wir Beorn bereits nur ein paar Stunden hinter uns erspähen. Offenbar hatte er sich auch nicht allzu lange mit dem Rekrutieren einer neuen Mannschaft aufgehalten.


An der Mündung des Upvals in den Braack machten wir Rast. In der direkten Umgebung entdeckten wir einige Wegmarkierungen der Gjalsker und anderer, wie wir vermuteten.


In Richtung Firunswall


Wenig später sind wir auf Spuren zweier Menschen gestoßen, von denen einer ziemlich groß sein musste. Bald sind wir auch auf drei erschlagene Orks getroffen.


Aus Süd-östlicher Richtung sahen wir, nahe einer kleinen Hügelkette Rauch eines Lagers aufsteigen. Es könnte Beorn gewesen sein, allerdings musste er dann zu uns aufgeschlossen haben. Hinter uns sahen wir ihn nicht mehr.


Damit wir niemandem in die Quere kommen, entschieden wir mittels Benjulfs Solidirid über den Fluss zu gelangen, um fortan auf der anderen Seite des Flusses zu marschieren.

Die Nacht verlief erneut ereignislos, allerdings trafen wir am nächsten Tage auf fünf Orks, welche von Syrixia und Ynu erspäht wurden. Ich schlich mich zu ihnen und konnte nur mithören, dass sie noch von anderen Orks sprachen.


Nach ein wenig Diskussion und Überzeugung Rondarios, waren wir uns einig, dass die Orks nicht überleben durften. Wir stürmten an und ich konnte direkt einen von ihnen unschädlich machen. Die anderen schnappten sich jeweils einen anderen und fingen an zu kämpfen. Kurz nachdem ich den einen zu Boden schickte, traf mich ein ziemlich harter Schlag, woraufhin Rondaio den Ork, welcher mit Ynu kämpfte, direkt mit einem Orcanofaxius auseinanderriss. Die verbliebenen drei, versuchten zu fliehen, wurden aber von uns aufgehalten und getötet. Der letzte kam nur ein paar Schritte weit, dann wurde er von Benjulfs Schneidzahn gezwungen zu kriechen. Wir befragten ihn, aber mehr als den Aufenthaltsort seines Lagers konnten wir nicht wirklich erfahren. Auch ihn schickten wir in dann in den Tod.

Wir suchten bald schon wieder einen Lagerplatz, da trafen wir auf zwei Gjalsker, vermutlich die, deren Spuren wir ein paar Tage zuvor gesehen hatten. Wir wurden von Rasta Ogerschreck und Atjom eingeladen, uns an ihrem Feuer zu wärmen.


Beide waren freundlich, wenn auch sicher nicht mit dem hellten Geist gesegnet. Atjom befand sich auf seiner Mannbarkeitsfahrt und beiden waren in Richtung Tjolmar unterwegs.

In der Nacht wurden wir geweckt, weil plötzlich ein etwas faustgroßer, sehr, sehr heller Stern auftauchte, welcher sich recht schnell bewegte. Am nächsten Morgen war er noch immer zu sehen und ging hinter den Bergen nieder. Es folgte ein starkes Beben und eine Druckwelle, stark genug, um einige von uns von den Beiden zu holen.


Der Tag war gekommen


Wir verharrten nur einen kurzen Moment im Staunen, ob dieses Ereignisses. Gleich darauf machten wir uns auf, einen Wasserfall hinaufzuklettern. Zuvor allerdings, flog Minobe ein wenig vor, um die Gegend zu erkunden. Dabei beobachtete sie, wie ein riesiger Troll dieselbe Steigung hinaufkletterte.


Auch Syrixia war vorausgegangen, allerdings kam sie zurück, um zu berichten, dass sie etwas Seltsames gesehen hatte. Bald darauf konnten wir uns mit eigenen Augen überzeugen. Als wir oben ankamen, sahen wir eine etwa zehn Schritte breite Schneise durch den Schnee, der sonst überall noch etwa knietief lag. Eine Schneise vollkommen ohne Schnee, so als wäre dort nie welcher gewesen. Wir finden ebenfalls Spuren einer größeren Gruppe – wir vermuteten Beorn.


Am Ende der schneefreien Schneise erstreckte sich ein Tal, ähnlich dem der Donnerwanderer, denn auch hier war es plötzlich sehr viel wärmer, alles mutete urzeitlich an und auch der Schnee war verschwunden. Vor uns erspähte die noch immer fliegende Minobe einen Troll, der einfach nur regungslos dastand. Weiter hinten im Tal stieg Rauch auf.


Wir versuchten den Troll zu umgehen, allerdings bemerkte er uns. Es stellte sich heraus, dass er nicht feindlich gesinnt, sondern eher neugierig war. Er hatte Beorn gesehen und war sich auch bewusst über den Stern, der vom Himmel viel. Er sagte uns noch, dass damals die Orks etwas vergraben hatten, und warte uns, dass die Dinge nicht immer seien, wie sie scheinen. Wir sollte auf unser Herz hören.


Wir kamen schnell zur Absturzstelle, welche tatsächlich einen Eingang zu einem unterirdischen Bauwerk erschuf. Vollkommen schwarz, bestialisch stinkend war dies vermutlich das Gefängnis Fenvariens für einige tausend Jahre. Gom, Ynu und ich stiegen hinab, während die anderen draußen nach Fenvarien suchen sollten. Wir sahen Spuren, welcher zum Gefängnis führten, aber auch wieder davon weg.


Innen fanden wir, nachdem wir durch einen Raum voller Exkremente stapfen mussten, einen weiteren Raum, welcher offenbar zur Speisung diente. Ein Tisch mit frischem Essen und Wasser stand bereit, offenbar gerade so viel, um einen Insassen am Leben zu erhalten. Im Schlafraum sahen wir dann, die Grausamkeit, denn alle Mitgefangenen von Fenvarien waren schon lange tot und ihr Knochenmark wurde ausgesaugt. Die anderen mussten Kannibalismus betrieben haben, um zu überleben. Langen hielten wir es nicht hier unten aus und so entschieden wir wieder nach oben zu gehen.


In der Zwischenzeit suchte Minobe noch immer fliegend nach Fenvarien. Dabei traf sie auf eine riesiges Elfenschiff, welches über die Baumwipfel flog. Weiter sah sie mit Hilfe eines Exposamis eine Gruppe Elfen, welche scheinbar aus Zeiten vor dem Fall Tie’Shiannas stammte. Wieder weiter sah sie Orks und Oger, die wiederum ähnlich denen waren, die wir in der Tie’Shianna Erinnerung gesehen hatten. Es schien, als würde hier alles wild durcheinander projiziert. Wir schlossen daraus, dass diese Dinge alle dem vernebelten Geit Fenvariens entsprangen.


Minobe flog zu einer Lichtung und dort fand sie riesige Orchideen stehen, inmitten welcher ein vollkommen ausgemergelter, sehr alter Elf lag – Fenvarien, wie sie vermutete. Wir anderen folgten hier schnell, denn nicht weit von uns hörten wir eine größere Gruppe durch den Wald laufen. Minobe traf als erste bei Fenvarien ein, etwas später wir und wieder einen Moment später dann Beorn und sein Gefolge. Sofort fiel uns auf, dass Belasca wieder viel besser aussah als noch auf den Inseln im Nebel. Gom, Raluf und ich stellten uns demonstrativ zwischen Fevarien und Beorn, bis plötzlich Shaya hervortrat und uns alles unmissverständlich klarmachte, dass sie keinerlei Kampfhandlungen duldete und uns den Gewinn dieser Aufgabe zusprach. Beorn akzeptierte dies und so machen wir uns nun wieder auf nach Enqui und hoffen auf eine Eingebung Shayas, damit wir die nächste Prophezeihung bekamen.


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