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Tsapold's Tagebuch - Alte Freunde, alte Feinde

5. Dez. 2021
6 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 9. Jan. 2022



Nachdem Shaya gekärt hatte, dass diese Aufgabe uns zuzuschreiben war, machten wir alle, auch Beorn und seine Leute, ein Lager an der Stelle wo Fenvarien und seine Orchideen waren. Shaya und Ohm kümmerten sich um ihn. Die Wunden konnten wir so gut es ging versorgen, allerdings war die purpurne an seinem Kopf mit nichts zu behandeln, so wie es schien.


Am Abend setzte ich mich zu Belasca, welche nun wieder so jung und schön war, wie wir sie in der Sargassosee gesehen hatten. Als ich zu ihr ging, wurde en plötzlich stumm in beiden Lagern und das darauffolgende Gespräch zwischen uns war absolut nicht der Rede wert. Tatsächlich hatte ich gehofft, sie würde vielleicht etwas von sich preisgeben.


In der Nacht hielten sie, Ynu und ich Wache. Zuerst stand Shaya auf, nahm sich einen brennenden Stock aus dem Feuer und stapfte zu einem Felsen. Dann stand auch Benjulf auf, der offenbar schlafwandelte. Ich fing Benjulf wieder ein und die anderen konnten auf dem Felsen sehen, dass Shaya offenbar eine neue Prophezeiung bekommen hatte.


„Welch ein Geschenk ist ein Lied! Es vermag Kummer zu heilen, wo Worte allein nutzlos bleiben. Es vermag die Wogen des krau?sen Verstandes zu glätten und schenkt Vergessen, wo Erinnerung Qual bedeutet. Dort, wo die Nivesen in einer Nacht eine Woche gewinnen, mag der Bann gebrochen werden. Bringt die Herrin des Waldes zum leidenden Freund und ihm wird geholfen sein!“

Dies war ein sehr deutlicher Hinweis auf Niamh und ihren Wald. Wir um Phileasson behielt dies aber für uns, da Beorn zwar aus unseren Erzählungen in Thorwal von dem Wald wusste, aber nur ungenau beschrieben bekam, wo er wirklich ist.


Am nächsten Morgen allerdings, machte sich Beorn sofort auf den Weg, so dass wir annehmen mussten, dass er es begriffen hatte. Am Vormittag bauten wir eine Trage für Fenvarien und und machten uns auf den Weg nach Enqui. Minobe sollte morgen vorfliegen, um die Mannschaft mit der Seeadler uns entgegen kommen zu lassen.


Am Rand des Tals machten wir Rast für die Nacht, in welcher wir von einem Wurzelschlingenelementar angegriffen wurden. Offenbar wurde es unterstützt von jemandem, welcher einen Silentium zauberte. Einige Schlafende wurden somit erfasst und fast vollständig an den Boden gefesselt. Nach und nach versuchte ich die zu wecken, die noch nicht von einer Wurzel gefangen wurden. Gom, Rondario und Minobe konnte ich erreichen. Raluf wehrte sich nach Kräften. Es schien aussichtslos mit unseren Waffen. Nur Rondario’s Flammenwand konnte das Wesen oder den Zauber brechen und so kamen wir mir ein paar Blessuren davon. Wir überlegten noch eine Weile, wer dafür verantwortlich gewesen sein konnte.


Zurück ins Nivesenland

Die weitere Nacht verlief ohne weitere Störungen, allerdings konnten wir alle keinen richtigen Schlaf mehr finden.

Am Morgen beobachteten wir zum ersten Mal, wie Fenvarien die Augen öffnete, allerdings war er in diesem Zustand nicht mehr als eine leere Hülle ohne Verstand und Geist.

Minobe machte sich auf zur Seeadler. Auf dem Weg konnte sie Beorn und seine Leute sehen, welche schon eineinhalb Tage vor uns waren. Sie fand das Schiff einige hundert Schritt vor Enqui ankernd. Die Mannschaft berichtete von feindseligen Handlungen seitens der Bewohner Enquis, was allerdings keine wirkliche Überraschung war.

Obwohl Fenvarien geistig vollkommen leer schien, tauchten immer mal wieder mehr oder weniger erschreckende Erinnerungen von ihm auf.

Wieder auf der Seeadler fanden wir in Equi eine Blockade vor, welche von eine Mob an Leuten begleitet wurde. Offenbar hatte jemand ein Gerücht verbreitet, welches den Bewohner sagte, wir hätten einen Schatz an Bord. Benjulf konnte sich unerkannt unter die Leute mischen, um das in Erfahrung zu bringen.

Benjulf hatte auch den Plan, die Wünsche der Leute zu erfüllen, indem wir Kisten mit Kieselsteinen nahmen und Benjulf diese Kieselsteine zu Gold werden ließ. Das verteilten wir dann in der Stadt und so konnten wir entkommen.

Die weitere Fahrt über den Golf von Riva verlief ohne weitere Vorkommnisse, sodass wir in Tavaljuk ankamen und den Oblomon bis nach Anaavi hinauffuhren. Dort trafen wir auf Crotett, welcher uns direkt zu seiner Sippe einlud und wir dort den Abend verbrachten.


Der Hinterhalt

Crotett’s Stamm und auch er selbst waren mehr als erstaunt darüber, was wir in der Zwischenzeit alles erlebt hatten.

Fenvarien war sichtlich erholter, als noch vor ein paar Tagen, allerdings war er noch immer nicht ansprechbar und vollkommen in seiner eignen Welt versunken.

Um keine Zeit zu verlieren, ließen wir die Seeadler in Anaavi zurück und die Mannschaft bei den Herm’Sen. Wir reisten fortan mit Kanus weiter.

Schon weit vor Oblarasim war dessen Niedergang wegen des Goldrausches erkennbar. Der Landschaft wurde durchwühlter und ständig waren Leichen am Flussufer angespült.

Oblarasim selbst war zu einem wahrhaften Drecksloch verkommen. Es war nicht einmal mehr ein Schatten seiner selbst. Darum entscheiden wir nur Banulf, Raluf unf mich loszuschicken, um Erkundungen einzuholen. Der Rest bliebt bei den Kanus und Fenvarien.

Wir landen schließlich bei einem Gewissen Boris Tolojev, Anführer der hiesigen Heelergemeinde. Der war zunächst sehr gastfreundlich, doch dann führte man uns auf unsere Zimmer, aber uns wurde ein Schlaftrunk verabreicht.

Stunden nach unserem Verschwinden, suchten dann Minobe, Gomo und Rondario nach uns und sie wurden zu Tolojevs Anwesen geführt.

Sie bestachen die Wachen, um Einlass zu erhalten und fanden heraus, dass Tolojevs Söhne von Beorn uns einen Leuten entführt wurden, um Tolojev dazu zu zwingen, uns gefangen zu nehmen. Im Austausch von Fenvarien würde man uns dann wieder freilassen.

Tolojev bot uns für den friedlichen Ablauf eintausend Dukaten, Proviant und vier Pferde an. Darauf gingen wir ein und übergaben Fevarien.

Südlich von Oblarasim waren wir gefangen. Tolojevs Söhne waren nicht gefesselt und konnten uns befreien. Wir brauchten mehrere Stunden, um zurück zu den anderen zu kommen.

Von dort fuhren wir weiter nach Gerasim, welches nicht vom Goldrausch gepackt war und in etwa noch so aussah, als wir es vor vielen Monaten gesehen hatten. Auf der Suche nach Pferden, wurden wir von einer thorwalschen Händlertruppe zu hier lagernden Steppenelfen geführt.

Den Steppenelfen, Nachfahren Lariels erzählten wir unsere Geschichte, die sie erst glaubten, als ich das Schwert Lariels an sie übergab, um es zu begutachten. Wir bekamen Pferde von ihnen, welche von der Insel der Pferde hinter den Nebeln stammten.



Die Befreiung

Dank der elfischen Pferde kamen wir schnell und ohne weitere Verzögerungen in Norburg an.

Dort fand Benjulf verkleidet heraus, dass Beorn und seine Truppe von Yadwinija Rodensen wegen unserer damaligen Vergehen im Schuldturm festgesetzt wurden. Fenvarien war auch unter ihnen. Sie sollten alle am zweiten Parjos, kurz nach den Namenlosen Tagen hingerichtet werden.

Von Yadwinija wurde gesagt, dass sie seltsam bernsteinfarbene Augen hätte. Wir hielten sie für Pardona.

Südlich von Norburg war Belasca in einem Käfig, zum Sterben verurteilt zurückgelassen worden. Sie wurde verstümmelt und gebrandmarkt. Sie bettelte darum, sie von ihrem Leid zu erlösen, sagte uns aber noch kurz vor ihrem Tod, dass wir Beorn retten sollten. Er war in diesem Spiel auch ein Opfer Pardonas Machenschaften. Gom beendete dann Belascas Leben.

Wir ritten zu Niamh, die uns bereits kurz hinter der Grenze des Waldes erwartete. Sie war froh zu hören, dass Fenvarien noch lebte, allerdings gleichzeitig besorgt darüber, ob sie dazu in der Lage war ihne zu retten. Gemeinsam ritten wir nach Norburg zurück und wollten Fenvarien nun befreihen.

Niamh wartete vor den Toren, da sie fürchtete, Pardona können ihre Präsenz spüren. Da Pardona unerkannt agierte, sagte Niamh, dass wir von ihr vermutlich nichts zu befürchten hatten.

Wegen der Namenlosen Tage war bei Nacht niemand mehr auf den Straßen Norburgs unterwegs.

Wir kletterten über die Mauer und schlichen uns von hinten an. Es gelang uns die Wachen zu überwältigen und gefesselt und geknebelt mit uns zu nehmen. So drangen wir schnell in den Schuldturm ein und blieben, Dank eines Silentiums von Rondario unauffällig. Innen konnten wir ebenso schnell überraschen und konnten in Windeseile das Verlies erreichen.

Dort fanden wir alle Gefangenen in einer Zelle vor. Fenvarien war den Umständen entsprechend wohlauf. Nach langer Diskussion entschieden wir uns dafür alle zu befreien. Im Gegenzug versicherte Beorn, dass er Phileasson den Gesamtsieg der Wettfahrt überlies. Er ordnete sich von nun an unter.

Wir entkamen genauso unerkannt, wie wir gekommen waren und trafen draußen vor den Toren Niamh wieder. Sie kümmerte sich sofort um Fenvarien uns sagte, dass ihr Wald nicht ausreicht, um ihm zu helfen. Wir mussten zu einem Ort westlich von hier, an welchem drei Kraftlinien sich kreuzten.

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